The Morganatic Marriage of Friedrich-Wilhelm III of Prussia (1824)

What follows is the text of the edict issued on the occasion of the remarriage of Friedrich Wilhelm III (1770-1840) to Auguste von Harrach (1800-73) in 1824. The text is the original, the translation follows.

Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten.
No. 21 (1824) p. 209.

(No. 893)

Ausgegeben zu Berlin den 27sten November 1824.

Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen (tot. tit.)


Als Uns, nach dem unerforschlichen Rathschluß Gottes, Unsere theuerste und vielgeliebste Gemahlinn, die Königinn Louise Majestät am 19ten Juli 1810. durch den Tod frühzeitig entrissen wurde, haben Wir, da die Vorsehung Unsere Konigliche Ehe mit einer blühenden Nachkommenschaft gesegnet hatte, und die Thronfolge, nach allen menschlichen Hoffnungen, gesichert war, Bedenken getragen, zu einer zweiten Königlichen Ehe zu schreiten.

Nachdem jedoch sich nunmehr auch Unsere jüngste geliebte Prinzessinn Tochter bald vermählen wird, und die Trennung von Unsern sämmtlichen geliebten Prinzessinnen Töchtern Uns, bei Unseren zunehmenden Jahren, eines gesellschaftlichen und häuslichen Umganges entbehren läßt; so haben Wir, auf nahen verwandschaftlichen freundlichen Rath und vorzüglich auch, nachdem Wir von dem herzlichen Einverständniß des Kronprinzen Königlicher Hoheit und Liebden und Unserer sämmtlich gegenwärtig hier anwesenden geliebten Kinder und Schwieger-Kinder versichert waren, den Entschluß gefaßt, zu einer andern Ehe zu schreiten und die Gräfinn Auguste von Harrach um ihrer empfehlenden und schätzenswerthen Eigenschaften willen, mit Zustimmung ihrer gräflichen Eltern zu Unserer künftigen Gemahlinn zu erwählen.

Wir haben die Gräfinn von Harrach an dem heutigen Tage zu einer Fürstinn von Liegnitz und Gräfinn von Hohenzollern ernannt und wollen, daß diese Ehe nach der Verfassung Unseres Königlichen Hauses als eine morganatische Ehe für jetzt und für die Zukunft betrachtet werden soll, weshalb Wir hierdurch bestimmen, daß, im Fall dieselbe mit Kindern gesegnet würde, solche und deren Kinder und Nachkommen den Namen und Titel: Fürsten und Fürstinnen von Liegnitz Grafen und Gräfinnen von Hohenzollern führen, und sich des Unserer Gemahlinn, der Fürstinn von Liegnitz verliehenen Wappens bedienen sollen.

Diese Fürsten und Fürstinnen von Liegnitz, Grafen und Gräfinnen von Hohenzollern und deren Nachkommen sind und bleiben hiernach von aller Succession an Land und Leuten und von jedem Erbschafts- oder anderen Anspruch, welcher den Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses zustehet, ausgeschlossen, und sollen durch diejenige Anordnung für gänzlich abgefunden geachtet werden, die Wir ebenfalls heute durch eine besondere, von Unserm vielgeliebten Sohne des Kronprinzen Königlicher Hoheit und Liebden auf Unser Ersuchen mit unterzeichnete Urkunde vollzogen und in welcher Wir die Nadelgelder und das Witthum Unserer Gemahlinn, der Fürstinn von Liegnitz festgesetzt haben.

Diese von Uns getroffenen Anordnungen und Bestimmungen haben Wir Unserer Gemahlinn, der Fürstinn von Liegnitz, und ihren gräflichen Eltern, bekannt gemacht und ihrer Annahme derselben, die sie in einer besonders von ihnen ausgestellten Urkunde gegen Uns erklärt haben, Uns versichert.

Nachdem Unsere Ehe mit der Fürstinn von Liegnitz am heutigen Tage durch Einsegnung des Evangelischen Bischofs Dr. Eylert in der Schloß-Kapelle zu Charlottenburg in Gegenwart Unseres vielgeliebten Sohnes, des Kronprinzen Königlicher Hoheit und Liebden, so wie Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs von Mecklemburg-Strelitz, der gräflichen Eltern und einiger Unserer höheren Diener vollzogen worden ist; so erklären Wir hierdurch die Fürstinn von Liegnitz Gräfinn von Hohenzollern für Unsere eheliche Gemahlinn.

Ueber alles Vorstehende haben Wir diese Urkunde ausfertigen lassen und dieselbe, unter Anhängung Unseres Königlichen größeren Insiegels Höchsteigenhändig unterschrieben.

So geschehen und gegeben zu Berlin am neunten Tage des Monats November nach Christi Unseres Herrn Geburt im Eintausend achthundert und vier und zwanzigsten und Unserer Königlichen Regierung im sieben und zwanzigsten Jahre.

[Anhangendes Siegel] Friedrich Wilhelm.

Frh. v. Altenstein. v. Kircheisen. Graf v. Bülow. v. Schuckmann. W. Fürst zu Wittgenstein. Graf v. Lottum. v. Klewiz. v. Hake.

Urkunde
über Unsere morganatische Ehe mit der
Gräfinn Auguste von Harrach


Collection of laws for the Prussian royal states.  No. 21, 1824, p. 209.

(No. 893)

Given in Berlin, Nov. 27, 1824.

We, Friedrich Wilhelm, by the grace of God king of Prussia (etc.),

following the unfathomable decree of God that left us bereft of our dearest and most beloved wife, the Queen Louise,1 on July 19, 1810 by an untimely death, as Providence had blessed our royal union with a blossoming issue, and the succession to the throne was ensured as well as one can expect, have given thought to a second royal marriage.

As our youngest beloved daughter2 will soon be married, and the parting of all our beloved daughters has left us, growing with age, deprived of social and domestic company; so, with the friendly advice of our close relatives, and especially, having secured the sincere understanding of his Royal Highness the Crown Prince3 and all our beloved children and stepchildren presently assembled here, we have taken the decision to enter into another marriage, and to take the countess Auguste von Harrach, for the sake of her commendable and esteemable qualities, and with the consent of her parents, as our future bride.

We have named the countess von Harrach Princess of Liegnitz and Countess von Hohenzollern and will, that this marriage be shall be considered now and for the future as a morganatic marriage under the laws of our royal house, and therefore we hereby decide, that in case this union is blessed with children, they and their issue shall bear the name and title of Princes and Princesses of Liegnitz Counts and Countesses of Hohenzollern, and that they shall use the arms of our bride the princess of Liegnitz.4

These Princes and Princesses of Liegnitz counts and countesses of Hohenzollern and their issue are and remain hereafter excluded from all succession to land and people and from all inheritance or other claim that are due to the Princes and Princesses of the royal house; and that they shall be deemed wholly satisfied by the arrangement that we have executed today with a specific deed signed at our request by our beloved son his Royal Highness the Crown Prince, and in which we have settled the Nadelgelder and dower of our bride, the Princess of Liegnitz.

We have informed our bride the Princess of Liegnitz and her parents of these dispositions, and have secured their assent expressed in a special document drawn by them.

After our marriage with the Princess of Liegnitz has been today completed with the blessing of the Evangelical bishop Dr. Eylert in the chapel of the castle of Charlottenburg, in the presence of our beloved son his Royal Highness the Crown Prince, his Royal Highness the grand-duke of Mecklemburg-Strelitz,5 nad several of our higher servants, we now hereby declare the Princess of Liegnitz Countess of Hohenzollern to be our legitimate spouse.

On the foregoing we have had this document completed and signed of our own hand with our royal great seal affixed.

So done and given in Berlin, on the 9th day of November, of the birth of our lord Christ the year 1824th, and of our reign the year 27th.

[Pending seal] Friedrich Wilhelm.

Baron von Altenstein. von Kircheisen. Count von Bülow. von Schuckmann. W. Prince of Wittgenstein. Count von Lottum. von Klewiz. von Hake.

Document
on our morganatic marriage with the Countess Auguste von Harrach


1: Luise of Mecklemburg-Strelitz (1776-1810).
2: Luise Auguste married in 1825 the prince Frederik of the Netherlands.
3: The future Friedrich Wilhelm IV.
4: There were no children.
5: Georg, brother of the King's first wife.

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François Velde

Last Modified: Sep 11, 2007